Inkubatoren, Acceleratoren, Innovations-, Technologie und Gründerzentren: Gemeinsam für mehr erfolgreiche Unternehmensgründungen

Die Jahreskonferenz des Bundesverbandes Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren vom 20. bis 22. September 2015 im InnovationsParkWuhlheide in Berlin beschäftigte sich intensiv mit neuen Formen der Unterstützung von Unternehmensgründungen, wie sie sich in den letzten Jahren im ganzen Land, insbesondere aber auch in der Gründerhauptstadt Berlin entwickelt haben.

Zahlreiche Fachleute der verschiedenen Einrichtungen kamen dabei zu Wort. In einer Podiumsdiskussion stellten Herby Marchetti  vom Accelerator der ProSiebenSat1 Group , Tobias Wittich vom Rainmaking Loft Berlin, Dr. Jörg Knäblein vom Bayer CoLaborator sowie Dr. Gerold Kreuter vom Sciencepark Kassel ihre Konzepte vor und diskutierten mit den Teilnehmern der Tagung Vor- und Nachteile der Angebote. Es wurde deutlich, dass die Einrichtungen sich jeweils an spezifische Gruppen von Gründern richten. So ist der ProSiebenSat.1 Accelerator für solche Gründungsprojekte von Vorteil, die im Medienbereich angesiedelt sind. Aber auch in einem eher klassischen Innovationszentrum wie dem Sciencepark Kassel finden sich Elemente von Inkubatoren und Acceleratoren im Angebot und runden dieses ab. Somit wird deutlich, dass eine scharfe Abgrenzung der verschiedenen Arten von Einrichtungen der Gründerunterstützung kaum möglich ist. Vor dem Hintergrund eines gleichen Ziels, möglichst viele gute Unternehmensgründungen hervorzubringen, erscheint eine solche gegenseitig Abgrenzung auch nicht notwendig. Vielmehr sollten die Einrichtungen Hand in Hand, ihre jeweiligen Vorzüge nutzend, für die Gründer tätig werden. Dies hatte bereits die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Brigitte Zypries in ihrem Grußwort angeregt.Podiumsdiskussion

Im zweiten Teil der Podiumsdiskussion waren die Nutzer und Nutznießer der Einrichtungen der Gründerunterstützung gefragt. In dieser Runde kam zum Ausdruck, dass die spezifischen Angebote sehr wohl ihre Berechtigung haben. Aber neben der Spezifik einzelner Standorte waren auch Leistungen, die von allen Gründern nachgefragt werden, erkennbar. Dazu gehört insbesondere die Unterstützung bei der Suche nach geeigneter Finanzierung sowie die Hilfe beim Marktzugang. Letzteres Problem können insbesondere die Acceleratoren der Großunternehmen besonders gut lösen, da diese kurze Wege in die Trägerkonzerne ermöglichen.

Ein weiterer Punkt konnte verallgemeinernd herausgearbeitet werden: Für die Gründer ist die Abfederung des Gründungsrisikos in der frühen Unternehmensphase ein besonders wesentlicher Aspekt. Insbesondere bei aufwändig zu finanzierenden Gründungen im Technologiebereich erscheint die Etablierung eines Förderprogramms, das bundesweit entsprechende Unterstützung gewährt, wünschenswert. In der Gründerhauptstadt Berlin gibt es mit dem Programm ProFit Frühphase ein entsprechendes Angebot, vielleicht einer der Gründe für die hohen Gründerzahlen.

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