Frühjahrstagung des Bundesverbandes Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren war großer Erfolg

Politische Rahmenbedingungen für die Zentrumsarbeit verbessern

Vom 26. bis 28. April 2015 trafen sich knapp 100 Manager deutscher Innovationszentren zum Erfahrungsaustausch im thüringischen Schmalkalden. Die Frühjahrstagung des Bundesverbandes Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren war diesmal beim TGF Schmalkalden/Dermbach zu Gast. Das Leitthema der Tagung „Geheimnis des erfolgreichen Zentrumsbetriebes“ wurde in vier Foren und Seminaren von verschiedenen Seiten beleuchtet. Im Eröffnungsplenum war neben der Bundespolitik auch Landespolitiker und Regionalpolitiker vertreten. Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium Iris Gleicke unterstich ihre Wertschätzung für die Innovationszentren. Sie beschied den Zentren erfolgreiche Arbeit und ermunterte sie, ihren Beitrag zur Verbesserung der Gründerkultur in Deutschland zu leisten. Der Wirtschaftsminister des Landes Thüringen Wolfgang Tiefensee machte in seinem Grußwort deutlich, dass auch er die Zentren in seine Entwicklungsstrategie einbeziehen will. In der Diskussion wurde deutlich, dass es notwendig ist, die bestehenden Zentren bei der Schaffung neuer Angebote für Gründer zu berücksichtigen und keine Parallelstrukturen aufzubauen. Peter Heimrich, Landrat des Landkreises Schmalkalden-Meiningen unterstich, dass das gastgebende Innovationszentrum einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit seiner Region leistet. Er dankte der Geschäftsführerin Frau Lincke für ihre kontinuierliche Arbeit in den letzten 21 Jahren. Weitere Beiträge im Eröffnungsplenum kamen vom Prorektor für Forschung und Transfer der Fachhochschule Schmalkalden Prof. Dr. Thomas Seul, in deren Audimax die Tagung stattfand und von der Geschäftsführerin des gastgebenden TGF Schmalkalden Roswitha Lincke.

Netzwerkarbeit und Infrastruktur der Zentren sind wichtigste Erfolgsgrundlage

Im anschließenden ersten Forum wurde die Frage wie durch Vernetzung die Arbeit der Innovationszentren bei Gründerunterstützung und Transfervorhaben verbessert werden kann. Im Forum 2 wurden die veränderten Anforderungen an die Infrastruktur von Innovationszentren diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass für bestimmte Nutzergruppen auch spezifische Raumanforderungen stehen. So arbeiten Gründer im kreativen Bereich gern in offenen, zur Kommunikation anregenden Räumen während Unternehmen die die Konzentration aufs Detail benötigen eher ruhige Arbeitsplätze bevorzugen. Diskutiert wurden auch die Anforderungen an die IT-Infrastruktur, neue gesetzliche Regelungen zur effizienten Energieverwendung sowie die Möglichkeiten des verbandsinternen Zertifikates „Anerkanntes Innovationszentrum“ als Messinstrument für das eigene Handeln.

Effiziente Verwaltung und Erschließung neuer Einnahmequellen

Der zweite Konferenztag war als Seminartag der Weiterbildung der Zentrumsleiter gewidmet. Im ersten Teil ging es dabei um Instrumente der effizienten Verwaltung von Innovationszentren. Es wurde herausgearbeitet, wie durch die Nutzung entsprechender Infrastruktur die Energieversorgung für die Mieterunternehmen effizient gestaltet werden kann. In einem zweiten Beitrag wurde beispielhaft eine Lösung für die Betriebs- und Nebenkostenabrechnung für die Mieter von Innovationszentren vorgestellt. Die Diskussion mit den Konferenzteilnehmern ergab, dass hier ganz unterschiedliche Anforderungen je nach Zentrumsgröße bestehen. Es wurde deutlich, dass die Abrechnungssysteme sehr auf die konkreten Bedürfnisse der einzelnen Zentren zugeschnitten sein müssen. In einer abschließenden Podiumsdiskussion ging es um den Spagat, den die Innovationszentren zwischen ihrer volkswirtschaftlichen Aufgabe als wirtschaftsfördernde Einrichtung und der Notwendigkeit eines wirtschaftlichen Betriebes leisten müssen. Die Diskussionsteilnehmer aus unterschiedlich großen und in unterschiedlichen Landesteilen gelegenen Zentrum erläuterten die verschiedenen Ansätze zur Lösung dieses Problems. Die Vielzahl der Ansätze gehen in unterschiedlichste Richtungen, so zum Beispiel die Ausprägung von Projektarbeit, die Möglichkeit der Übernahme von Aufgaben regionaler Wirtschaftsförderung bis hin zur Entwicklung eines breiten Dienstleistungsangebotes für Mieter und regionale Unternehmen.

Abgerundet wurde die Tagung durch die Sitzung von zwei verbandsinternen Arbeitsgruppen. Die Arbeitsgruppe Bioparks beschäftigte sich mit der Auswertung der Deutschen Biotechnologietage, der weiteren Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit der Arbeitsgruppe sowie der Vorbereitung einer Studienreise ins holländische Leiden. In der Arbeitsgruppe Zentrumsbetrieb wurde die Diskussion zur Infrastruktur der Innovationszentren vertieft fortgeführt.

In seinem abschließenden Resümee konnte der Verbandspräsident eine erfolgreiche Tagung konstatieren. Insbesondere die Diskussion zwischen den Teilnehmern und in den einzelnen Veranstaltung war sehr lebendig und führte zu intensivem Erfahrungsaustausch, so wie das gewünscht war. Er lud die Teilnehmer zur nächsten Tagung des Bundesverbandes vom 20. bis 22. September 2015 nach Berlin in den Innovationspark Wuhlheide ein.

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